Denksportler ausgezeichnet

Am 28. November fand, musikalisch untermalt von unserem Kinderchor, die Preisverleihung der diesjährigen Mathe-Olympiade statt.

Nachdem sich unsere 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr gut in der ersten Runde geschlagen hatten, folgte am 9. November die Regionalrunde der 62. Mathematik-Olympiade. Innerhalb von dreieinhalb (bis Klasse 6) bzw. fünfeinhalb Stunden galt es, Knobelaufgaben zu lösen und die Ergebnisse schlüssig zu erklären.

Wir gratulieren insbesondere Livenja Wanderer und Malte Schultz zu einem 3. Preis und Anton Wanderer zu einem hervorragenden 2. Preis. Er war der beste Fünftklässler im Landkreis und wird unsere Schule im Februar in Erfurt bei der Landesolympiade vertreten. Wir drücken die Daumen!

Studierende für einen Tag

Die Klasse 6d des Gymnasiums „Am Lindenberg“ in Ilmenau nutzte ein Angebot im Rahmen der Kinderuniversität der TU Ilmenau am 18.11.2022. Zunächst wurden die Schüler im Humboldtbau immatrikuliert und erhielten ihre ersten Studentenausweise. Zwei Studenten des Masterstudienganges Sensortechnik führten die Gruppe über den Campus und erläuterten Funktionen wichtiger Bauten. Ganz spannend war für die Schüler die Funktionsweise der Binär Uhr. Ein besonderes Highlight des Walks über das Unigelände bildete der B-Studentenclub, indem die Jungstudenten eigene alkoholfreie Cocktails zubereiten durften. Auch Mittagessen in der Mensa durfte nicht fehlen. Beim Lieblingsgericht Spaghetti mit Tomatensoße genossen alle ihre wohlverdiente Mittagspause. Den Abschluss und Höhepunkt des Tages bildete die Vorlesung mit Professor Scharff „Warum ist unsere Welt so bunt“. In beindruckender, anschaulicher und kindgerechter Art und Weise erläuterte Professor Scharff die Wirkung von Metallen und Chemikalien auf die Farbe von Flammen und Flüssigkeiten, Vorgänge, die immanent sich in der Natur ereignen. Das experimentelle Feuerwerk von Farbe und Licht begeisterte selbst die jüngsten Zuhörer, die eine Zugabe herausfordern konnten. Zahlreiche Schüler verschiedener Thüringer Gymnasien z.B. aus Meiningen, Arnstadt, Gotha, Königsee oder Zeulenroda dankten Professor Scharff mit anhaltendem Klopfen auf den Klapptischen, wie eingangs gelernt. Unser Dankeschön gilt allen zuständigen Beteiligten der Universität Ilmenau für eine unvergesslichen Tag.

Sibylle Eger-Pfützner, Fachlehrerin für Kunsterziehung, Russisch und das Seminarfach, Klassenleiterin Klasse 6d

Vorlesewettbewerb am Gymnasium „Am Lindenberg“

Auch in diesem Schuljahr fand am Gymnasium „Am Lindenberg“ in Ilmenau der Vorlesewettbewerb der Klassenstufe 6 statt. 

In den Klassen 6a bis 6d wurden zunächst die Klassensieger ermittelt. Die beiden besten Leser/innen jeder Klasse stellten sich am Montag, dem 21.11.2022 dem Schulausscheid. Siegerin wurde die Schülerin Tamara Fischer aus der Klasse 6d, die das Gymnasium nun beim Kreisausscheid im Februar 2023 vertritt.

Schulsportwettbewerbe in der Sportart Volleyball

Trotz eingeschränkter Vorbereitungsmöglichkeiten, (der Schulsport muss sehr improvisiert in mehreren Hallen, Schulfluren und Klassenräumen durchgeführt werden) nahmen unsere Teams nach zwei Jahren Coronapause wieder an den Kreisausscheiden der Schulen des Ilmkreises teil. Hierbei zeigten die Teams der Mädchen und Jungen in der Wettkampfklasse (WK) 2 sowie die Jungen der WK 3 hohe Einsatzbereitschaft, Teamgeist und Freude an der Sportart Volleyball. Viele der Teilnehmer bereiten sich in der AG Volleyball unter Leitung von Herrn Hellmuth, Herrn Rammner und den Jugendtrainerinnen Helen Röhrs und Josephine Schierbock auf solche Wettkämpfe vor. In der AG trainieren derzeit 50 Schüler unseres Gymnasiums. Die nächsten Wettbewerbe im Volleyball werden für die Mädchen WK 3 im Januar und für unsere jüngsten Volleyballer der WK 4 im April durchgeführt.

Herbstgruß

Wir wünschen der gesamten Schulgemeinschaft

sonnige und erholsame Herbstferien.

Interview mit Vera Brandel, Lehrerin am Gymnasium „Am Lindenberg“ a.D am 7.10.22

Vera Brandel arbeitete 43 Jahre als Lehrerin. Am 30.09.2022 schied sie aus dem aktiven Schuldienst aus und trat ihren Ruhestand an.  Sie war an vier Schulen ihrer Heimatstadt Ilmenau tätig. Am Gymnasium „Am Lindenberg“ arbeitete sie 33 Jahre lang. Vera Brandel gehörte zu einer der wenigen noch berufstätigen KollegInnen der Lehrergeneration der Gründung der Schule[1] als Gymnasium im Jahre 1992. Frau Brandel war Personalrätin, Kassenprüferin im Philologenverband, Klassen- und Kursleiterin, Leiterin der Fachschaft Englisch aber in erster Linie Englischlehrerin mit Leib und Seele.

SEP[2]: Welche Emotionen haben Sie als frischgebackene Ruheständlerin?

VB[3]: Freude, die Ruhe zu genießen, irgendwo verweilen zu können und keine Korrekturen mehr bearbeiten zu müssen.

SEP:  Wie begann Ihre Laufbahn als Lehrerin?   

VB: Mit der Immatrikulation[4] an der FSU[5] in Jena im Jahre 1975. Ich studierte Englisch als Hauptfach und Russisch. 1979 erhielt ich meinen Abschluss als Diplomlehrerin. Während des Studiums fanden bereits schulpraktische Übungen an Jenaer Schulen statt. Meine erste Stunde in Ilmenau absolvierte ich in Verantwortung meiner geschätzten Mentorin und späteren Kollegin Frau Kuboth an der POS[6] Wilhelm Pieck. Eine meiner Schülerinnen von dort begegnete mir Jahre später als Kollegin am Lindenberg wieder, wie auch Frau Ingrid Weiß.  Mit ihrer Verantwortung als Mentorin hielt ich als Absolventin meine Prüfungsstunden an der damaligen POS „Karl Zink“.

SEP: Ein Kreis schließt sich. Ich nehme an, Lehrer war seit jeher Ihr Traumberuf.

VB: Seit der 8. Klasse. Die Englischlehrerin Frau Hannelore Nastoll war mein Vorbild. Erinnerungen an diese Zeit sind sehr lebendig.

SEP: Ihre Dienstzeit war auch geprägt von der friedlichen Revolution in Deutschland in den Jahren 1989/90. Welchen Einfluss hatte das auf Ihren Unterricht?

VB: Die Schüler lernten sehr motiviert Englisch, weil nun die Reisefreiheit praktische Sprachanwendung im Ausland ermöglichte.  Ich persönlich lernte als Kind ab Klasse 7 Englisch. Im Jahre 1990 reiste ich erstmalig nach Folkstone in GB[7] . Dort meinten Einheimische, ich sei Muttersprachler, was eindeutig für eine fundierte Englischlehrerausbildung bereits zu DDR-Zeiten an der FSU Jena spricht. Die nächsten 20 Jahre organisierte und begleitete ich Schülersprachreisen nach England, anfangs in Zusammenarbeit mit einer Partnerschule der Stadt Wetzlar.

SEP: Gab es Lieblingsthemen oder Spezialgebiete, die Sie besonders gern unterrichteten?

VB: Landeskunde Schottlands nicht zuletzt wegen der Whiskyherstellung, alles über „Big Cities“[8] von UK, USA oder Australien. Das sind Themen der Klassenstufen 8-10 und auch beliebte Prüfungsthemen.

SEP: Können Sie im Rückblick auf Ihre 43-jährige Dienstzeit einen Abschnitt als die besten Jahre reflektieren?

VB: Jede Zeit hatte ihre Reize. Zu Schülern der Abiturjahrgänge 2000, 2012 und 2021 konnte ich eine besonders enge Beziehung aufbauen, da ich diese über sechs bis acht Jahre zusammenhängend als Klassen- und Kursleiterin begleitete.

SEP: Der Abiturjahrgang 2017 des Gymnasiums „Am Lindenberg“ führte Sie in seiner Abschlusszeitung HABICHT S.51 unter der Rubrik „Lehrer unserer Herzen“ auf. Wie wird man das?

VB: Immer mit den Schülern reden. Nicht nur im Unterricht, sondern auch mal in den Pausen sitzen und reden. Mut machen und auch daran denken, dass in jedem ein weicher Kern steckt. Gerade in den Brennpunkten des Lebens gibt es neben dem Unterricht auch noch viele andere wichtigen Dinge.

SEP: Junge KollegInnen haben in den letzten Jahren am Gymnasium „Am Lindenberg“ ihren Dienst aufgenommen, auch im Fach Englisch. Was geben Sie ihnen mit auf ihren Weg für ein erfülltes Berufsleben?

VB: Die Schüler reden zu lassen. Sie motivieren zum Sprechen auch bei Fehlern. Nicht jeder Fehler muss korrigiert werden. Einfach sprechen lassen. Die Schüler wünschen sich den Lehrer als Partner im Spracherwerb. Offen zu sein für ihre Fragen ist auch wichtig. Den Vorteil, den junge Kollegen haben, ist der Umgang mit der Technik. Diesen sollten sie auch nutzen, das wollen Schüler.

SEP: Worauf sind Sie besonders stolz?

VB: Auf meine erwachsenen Schüler, die heute in allen Lebensbereichen arbeiten als gestandene Leute: in Medizin, Verwaltung, Polizei, an Schulen…  Auf hervorragende Prüfungsergebnisse meiner Abiturienten im Fach Englisch. Nicht zu vergessen meine Kollegiaten[9], für die ich mich eingesetzt habe, als sie nach krankheitsbedingtem Ausfall des Englischunterrichtes am Kolleg ihren Abschluss reibungslos über die Bühne bringen konnten…Auch meine „Bärtigen“😊 ……Über mein Empfehlungsschreiben, das einem künstlerisch talentiertem Schüler half, für ein Designstudium aufgenommen zu werden, weil er geniale Illustrationen im Fach Englisch anfertigte……  

SEP: Erinnern sie sich noch an etwas Spezielles?

VB: An die Klassenfahrt zum Inselsberg im Jahre 2016 mit dem Abiturjahrgang 2021. Für meine beiden jungen teilnehmenden Kollegen war es die erste Klassenfahrt, für mich sollte es die letzte sein.

SEP: Es ist unverkennbar, dass Schule für Sie Lebenserfüllung und Herzenssache bedeutet. Nennen sie drei Dinge, die Sie besonders vermissen werden!

VB: Die Schulatmosphäre, die Begegnungen mit Schülern und die Gespräche mit Kollegen im Lehrerzimmer und in der Fachschaft. Nicht mit allen war man immer einer Meinung aber letztendlich haben wir fest zusammengehalten.

SEP: Fällt Ihnen zum Abschluss vielleicht eine kleine Anekdote ein?

VB: Ja, wie ich nach einer OP aufwache und der Chefarzt mir viele Grüße von einem ehemaligen Schüler ausgerichtet hat, der mich mitoperiert hat und zur Visite an meinem Bett stand. Leider habe ich ihn zuerst nicht erkannt und gebeten, er möge doch noch mal kommen.  Von da an stand er mir jeden Tag meines Aufenthaltes zur Seite.

SEP: Hätten Sie gern noch Dinge angesprochen, die bisher unberücksichtigt blieben?

VB: Auf jeden Fall. Ich danke der Schulleitung für mentalen Beistand und Unterstützung in persönlichen Krisenzeiten, für Herzenswärme, die weit über die normale Dienstpflicht hinausgeht. Ich spreche meine Hochachtung für die hervorragende Planungstätigkeit aus und für beispielhaftes Engagement für unsere Schule.

SEP: Verraten Sie uns noch etwas über Ihre Pläne für den kommenden Lebensabschnitt?

VB: Ja, meinen Mann kennenzulernen 😊, der lebenslang als Fernfahrer tätig war und Weihnachten in den Ruhestand tritt. Ich möchte viel Zeit für ihn haben ebenso wie für meine zwei Enkel und Urenkel. Ich werde verreisen ohne den Blick auf Ferientermine und mir den Tag selbst einteilen.

SEP: Werden Sie also allen schulischen Dingen den Rücken zukehren?

VB: Zumindest allen planmäßigen Dingen. Meine Tätigkeit als Kassenprüferin im Philologenverband halte ich genauso aufrecht wie die Unterstützung von Schülern im Fach Englisch in ihrer Freizeit.

SEP: Frau Brandel, für diese Vorhaben wünschen wir Ihnen als Schulgemeinschaft gutes Gelingen sowie jede Menge Glück und Gesundheit. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen zu schulischen oder außerschulischen Anlässen. Herzlichen Dank für das angenehme Interview!   

Sibylle Eger-Pfützner

Fachlehrerin für Russisch, Kunsterziehung und das Seminarfach; Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit der Schule


[1] Das Gymnasium „Am Lindenberg“ Ilmenau ging aus der ehemaligen POS „Wilhelm Pieck“ hervor.

[2] Sibylle Eger-Pfützner

[3] Vera Brandel

[4] Aufnahme, Einschreibung

[5] Friedrich- Schiller- Universität

[6] Polytechnische Oberschule, Bezeichnung für allgemeinbildende Schulen in der DDR von Klasse 1-10

[7] Großbritannien

[8] große Städte, Metropolen

[9] Schüler des ehemaligen Ilmenau Kollegs, das junge Erwachsene mit Berufsabschluss zum Abitur führte.