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Lindenberg-Gymnasiasten erneut in Verdun

Eine Kapelle im Wald - sonst nichts mehr

Geschichtskurse des Lindenberg-Gymnasiums in Verdun-100 Jahre danach

Wir stellen uns vor der Kapelle zu einem Foto auf.

Sie erinnert an die Ortschaft, die es hier einst gegeben hat – Fleury. Keine Häuser, keine Ruinen, keine Straßen, keine Menschen. Nur Krater, Hinweisschilder auf Wege, auf Gebäude und deren Bewohner. Noch heute findet man Tote unter der aufgewühlten Erde. Nur einige von einer halben Million. Manche wurden mit ihrem Namen auf riesigen Friedhöfen beigesetzt, manche liegen nur als Knochen in den Kellern des Mahnmales von Douaumont, 130 000 Franzosen und Deutsche. Manche wurden nie gefunden.

Die Höhen um Verdun sind heute eine begehbare Gedenkstätte. Dazu gehört auch die Festung von Douaumont, wechselnd besetzt von Deutschen und Franzosen. Wir laufen durch die Gänge, sehen die Betten, die Küche, die Munition. Und doch mag man es sich nicht vorstellen, wie die Soldaten den Krieg hier erlebten. Dunkelheit, Nässe, Kälte, Feuer, Lärm, Hunger, Tod.

Und dann das neue Museum, das Mémorial von Verdun. 100 Jahre nach dem 1.Weltkrieg wieder eröffnet. Beim Rundgang durch das Museum steht das Leben des einzelnen Soldaten im Mittelpunkt, sei er nun ein Deutscher oder ein Franzose.  2000 Sammlerstücke, zahlreiche  Fotos,  Zeugnisse sowie außergewöhnliche Ton- und Filmdokumente illustrieren das Leben der einfachen Soldaten. Wir lesen, hören und sehen es, wir kennen die Fakten und Zahlen. Aber verstehen und vorstellen können wir uns diese Hölle nicht. Vielleicht auch, weil wir es nicht wollen. Niemals!

Wir stehen vor der Kapelle im Wald und sind froh und glücklich über das Leben.

„100 Jahre Erster Weltkrieg – 100 Projekte für den Frieden in Europa“

Bereits zum zweiten Mal wurde das Lindenberg-Gymnasium vom Deutsch-Französischen Jugendwerk für ein solches Projekt ausgewählt. Gemeinsam mit französischen und rumänischen Schülern arbeiteten 23 Jugendliche aus Ilmenau an diesem Thema. Das war nicht immer leicht. Da waren die verschiedenen Sprachen und Mentalitäten, auch der Umgang mit der eigenen Geschichte unterscheidet uns. Aber der Standpunkt zu dieser sinnlosen Schlacht in einem fürchterlichen Krieg, der noch Schlimmeres nach sich zog vereint uns: Nie wieder! Ein riesiger Soldatenmantel, der gemeinsam von allen Schülern angefertigt wurde soll dieser Botschaft Ausdruck verleihen.

Das Programm beinhaltete auch den Besuch des Europaparlaments am 24.11.2016 in Straßburg. Die Begegnung mit den Thüringer Europaabgeordneten Herrn Dr. Koch und Herrn von Weizsäcker war für alle erfreulich und beeindruckend. Kurz danach stimmte das Europaparlament mit großer Mehrheit dafür, die Beitrittsgespräche mit der Türkei einzufrieren. Im großen Sitzungssaal konnten wir den Begründungen der einzelnen Fraktionen lauschen.

Ganz sicher wird es  immer Konflikte zwischen Nationen und Menschen geben, hoffen wir, dass sie friedlich und konstruktiv gelöst werden können.

Wir haben während der Woche in Frankreich beides gesehen und erfahren. Die schrecklichen Bilder des Krieges, aber auch das friedliche und herzliche Miteinander von Menschen aus verschiedenen Ländern. Wenn wir das eine nicht vergessen, wird das andere bleiben.

Geschichtskurse 11/12 Lindenberg-Gymnasium

Kapelle FleuryAuf Schlachtfeldern Verduns

Kapelle Fleury                                                         Auf Schlachtfeldern Verduns

 

Im Fort DouaumontGemeinsames Arbeiten der internationalen Gruppe

Im Fort Douaumont                                                 Gemeinsames Arbeiten der internationalen Gruppe

 

Europaparlament

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