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Abenteuer Freiheit – Herausforderung Gerechtigkeit

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   Lindenberg-Schüler der 10. Klassen beim Wochenendseminar in Weimar

 

„Eine eigene Meinung zu haben und diese auch zu vertreten, ist wie ein Muskel, den man trainieren muss. Denn sonst steht man eines Tages da und kann nicht sagen, was man denkt.“ Mit diesen Worten entließ Gunnar Storm die Schülerinnen und Schüler am letzten Tag.

Angefangen hat alles mit der Entscheidung, innerhalb des Wahlpflichtbereiches Gesellschaftswissenschaften Klasse 10 das Seminar in Weimar zu absolvieren.

Am 04.11.2016 starten 20 Jugendliche Richtung Weimar. Das Projekt beginnt mit dem Besuch der Gedenkstätte des KZ Buchenwald. Es geht um Menschenwürde, um Gerechtigkeit und Freiheit. Davon waren die Häftlinge des Lagers weit entfernt. Vieles, was gesagt und gezeigt wurde, machte die Schüler betroffen. Vieles ist unfassbar.

Noch unter diesen Eindrücken begann am Nachmittag das Seminar „Abenteuer Freiheit- Herausforderung Gerechtigkeit“ in der Jugendherberge in der Innenstadt von Weimar. Etwas zurückhaltend und auch neugierig betreten die Mädchen und Jungen den kleinen Seminarraum. Stuhlkreis, keine Schulklingel, keine Lehrer, keine Hefter. Wer etwas sagen möchte, kann das tun. Wer nicht, lässt es. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo sich alle irgendwie einmischen wollen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Themen spannend sind und die Seminarleiter Isi, Romina und Gunnar vom Verein zur Förderung politischen Handelns sie immer wieder neu motivieren. Sie kommen aus Münster, Hannover und Berlin und studieren oder promovieren im Bereich Politikwissenschaften. Sie empfangen die Schüler freudig, dynamisch und auf Augenhöhe. Sie sind jung und haben Freude an dem, was sie tun. Jeder Übungsteil beginnt mit einem „Energizer“, einer Übung, die wach macht für das was kommt. Und da kommt Einiges: Die 10.Klässler äußern ihre Erwartungen, sie positionieren sich zu Fragen des Rechts und der Freiheit, sie arbeiten viel in kleinen Gruppen, gestalten Plakate und üben sich darin, ihren Standpunkt zu verteidigen. Sie versuchen gerechte Entscheidungen zu treffen. Bei der Festlegung von Regeln des Zusammenlebens auf einer einsamen Insel müssen sie einen Konsens finden. Sie entwerfen ihre Vision von einer gerechten und freien Gesellschaft und einer guten Schule. Da sprechen Herz, Bauch und Verstand nicht immer die gleiche Sprache. Es ist eine anstrengende Zeit und es ist Wochenende. Ein wenig müde und geschafft, schon wieder im Gedanken an den „echten“ Schulalltag, treten sie am Sonntagnachmittag die Heimreise an. Am Ende waren diese 3 Tage für alle eine wertvolle Erfahrung: „Ich fand viele Dinge und die Gestaltung interessant. Wir konnten die Themen oft selbst wählen und in Gruppen diskutieren. Es war aber auch anstrengend. Trotzdem hatten wir Spaß!“ So reflektierten die meisten Schüler ihre Eindrücke und nahmen wertvolle Hinweise mit nach Hause: „Wir möchten euch mitgeben, euch für Sachen einzusetzen, die gut für euch sind. Denn vieles bleibt oder wird nicht von alleine so.“

Die Lehrer hatten dieses Mal nur die Beobachterrolle und waren so manches Mal erstaunt, welche Ideen entstanden sind und wie konzentriert die Jugendlichen bei der Sache waren.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Seminarleitern und vor allem auch beim Kinder-und Jugendplan für die finanzielle Förderung des Seminars, bei allen Eltern für ihre Unterstützung und ganz besonders bei den Schülerinnen und Schülern, die sich auf dieses Experiment eingelassen haben.

 

 

 

 

Conni Sperling i.A. Lehrerteam Gewi