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Erinnern heißt nicht vergessen

100 Jahre 1.Weltkrieg – Projekt des Lindenberg-Gymnasiums mit Frankreich

„Wie wäre der Verlauf der Geschichte gewesen, wenn es den 1.Weltkrieg nicht gegeben hätte? Hätte es den zweiten gegeben? Sähe Deutschland heute anders aus? Was wäre mit den anderen Ländern, mit Europa? Wäre Amerika eine Großmacht? Diese Fragen sind berechtigt, denn nicht umsonst bezeichnet man diesen Krieg von 1914-1918 als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.“, so eine Schülerin der 11.Klasse in der letzten Geschichtsarbeit.

Der Frage nach der Bedeutung dieses Krieges werden in den kommenden Monaten 70 Schülerinnen und Schüler des Lindenberg-Gymnasiums Ilmenau und des Lyzeums in Amiens nachgehen.

Sie haben sich bei einer Ausschreibung der Europäischen Union beworben und als eins von 20 Projekten den Zuschlag erhalten. Das Deutsch Französische Jugendwerk wird es finanziell unterstützen. Erste Ideen, wie es inhaltlich gestaltet werden soll, gibt es bereits. Die französischen Kollegen waren hier sehr eifrig und ihre Vorstellungen unterstützen die Lindenberger mit Freude und Engagement.

Eine davon war, Luftballons mit Friedensbotschaften steigen zu lassen. Das passierte in Ilmenau und Amiens gleichzeitig am 27.06.2014 um 11.30 Uhr. Damit wurde das Projekt offiziell eröffnet und die Jugendlichen gedachten dem Anlass des 1. Weltkrieges, dem Attentat in Sarajewo vor 100 Jahren.

Die, die nach der Erschießung des Österreichischen Prinzenpaares jubelten und die, die danach ihr Leben ließen waren nicht viel älter als die Teilnehmer an diesem Projekt. Die Jugendlichen sollen die Schrecken dieses sinnlosen Krieges mit über 10 Millionen Toten nacherleben. Eine Reise zu den Kriegsschauplätzen (z.B. Verdun) ist für den November geplant.

Aber es ist den Lehrern beider Schulen auch wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler sich begegnen, gemeinsam arbeiten und miteinander ins Gespräch kommen.

Dass das nach 100 Jahren möglich ist, ist nicht selbstverständlich. Es war nach dem  1. und 2. Weltkrieg undenkbar! Deshalb ist es wichtig, mit solchen Projekten daran zu erinnern und den Frieden zu achten.

Nein, wir wissen nicht, wie der Verlauf der Geschichte gewesen wäre, wenn es den Ersten Weltkrieg nicht gegeben hätte…
Aber wir wissen ganz sicher, dass wir nie wieder solches Leid und die Schuld daran tragen wollen. Dazu müssen wir uns erinnern und dürfen die Gefahren nicht übersehen, denn „das Ende des Krieges haben nur die Toten erlebt“. 

(C.Sperling, Lehrerin Lindenberg-Gymnasium)